Dr. med. Jutta Schmidt-PichGynäkologin, Hannover
Jede Frau weiß mehr oder weniger um die Veränderungen, die sich trotz disziplinierter Verhaltensweisen einstellen. Die körperliche Silhouette verändert sich, obwohl mühsam das Gewicht gehalten wird. Hitzewallungen stören das Wohlbefinden vieler Frauen enorm. Der Schlaf hat nicht mehr die Qualität, die man von früher gewohnt ist. Auch die Stimmung schwankt, und ab und zu beschleichen einen depressive Gefühle. Im Wesentlichen ist für diese Veränderungen, wie bereits beschrieben, der Abfall der Estrogene verantwortlich, der sich in den Wechseljahren einstellt. Nicht zuletzt hat dieser Estrogenmangel und das daraus resultierende Ungleichgewicht der Hormone eine nicht unerhebliche Auswirkung auf unsere Haut. Wurden früher nur Akne, übermäßig starke Körperbehaarung und Haarausfall mit Hormonen therapiert, können darüber hinaus heute aufgrund neuer Erkenntnisse auch Gewichtsprobleme und das Hautbild positiv beeinflusst werden.
Durch eine individualisierte und korrekt durchgeführte Hormontherapie können diese Beschwerden - wenn sie aufgrund eines Hormonmangels (Estrogen) aufgetreten sind, hervorragend behandelt werden. Bei der Auswahl eines geeigneten Präparates stehen die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Frau im Vordergrund. Leidet sie zum Beispiel mehr unter körperlichen oder unter seelischen Beschwerden? Wie stark belasten sie die Veränderungen des körperlichen Erscheinungsbildes? Spielen zusätzlich Probleme mit der Haut und den Haaren eine Rolle, wird der Arzt oder die Ärztin Präparate mit einem antiandrogenen Gestagen bevorzugen. Durch den Ersatz fehlender Hormone, lassen sich auch die Probleme, die durch die hormonell bedingte Trockenheit von Haut und Schleimhäuten entstehen, in den Griff kriegen. Die Haut kann wieder Feuchtigkeit speichern und sieht deshalb glatter aus. Die Trockenheit der Scheide und die damit verbundenen Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr können gezielt durch die lokale Anwendung einer estrogenhaltigen Creme oder durch Scheidenzäpfchen reduziert werden.
Klagt die Frau über ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit oder über Stimmungsschwankungen, ist es wichtig, eine Hormontherapie zu wählen, bei der die positive Wirkung der Estrogene nicht durch den Gestagenzusatz gemindert wird. Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, werden nur mit Estrogenen behandelt. Alle anderen Frauen bekommen eine kombinierte Therapie mit Estrogenen und Gestagenen, denn die Gestagene bieten Schutz vor Gebärmutterkrebs. Für die Hormontherapie stehen verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung, so dass Tabletten, Cremes oder Pflaster zum Einsatz kommen.
Es ist selbstverständlich, dass eine hochpotente Therapie eine entsprechende Sorgfaltspflicht voraussetzt. Das heißt, eine Hormontherapie erfordert zunächst eine ausführliche Diagnostik und anschließend eine individuell abgestimmte hormonelle Einstellung. Jede Therapie, egal mit welchem Medikament, sollte mit Sachverstand durchgeführt und regelmäßig kontrolliert werden.


Quelle: Befragung von 1.000 Frauen zwischen 45 und 64 Jahren, IFAK Instititut GmbH & Co./ Health Research 2005
Christine Tetzlaff
55 Jahre, Heilpädagogin
"Ich verstehe das negative Gerede über die Hormontherapie in den Wechseljahren nicht. Ich hatte große Probleme mit Beginn der Wechseljahre. Zuerst hatte ich es mit Naturheilmitteln gegen die Wechseljahresbeschwerden versucht. Diese konnten jedoch meine Beschwerden wie unruhigen Schlaf, Unausgeglichenheit und starke Hitzewallungen, also mein ganzes Unwohlsein, nicht lindern. Nach einem Gespräch mit meiner Frauenärztin verordnete sie mir ein Hormonpräparat, mit dem ich von Anfang an meine Probleme im Griff hatte."
Um es kurz zu sagen, durch die Hormontherapie geht es mir gut. Für mich gibt es keine alternative Behandlung, die den gleichen Erfolg hat. Ich fühle mich sehr wohl, bin fit und aktiv. Ich kann nur allen Frauen raten, zu ihrem Gynäkologen zu gehen und mit ihm zu sprechen - man muss sich in den Wechseljahren nicht quälen.