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Wechseljahre — Lebensgefühle im Wandel

foto_schultz-zehden Dr. phil. Beate Schultz-Zehden Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Charité Berlin

Für die meisten Frauen sind die Wechseljahre eine Zeit der großen Umbrüche und Veränderungen. Das Ende der regelmäßigen Monatsblutungen und damit das Ende der fruchtbaren Phase des Lebens fordert dazu auf, sich bewusst mit dem Älterwerden auseinander zu setzen. Der Beginn der zweiten Lebenshälfte stellt dabei nicht nur einen biologischen Einschnitt dar, der Wandel findet auf mehreren Ebenen gleichzeitig statt.

Wenn die Kinder flügge werden

Für Frauen, die sehr stark durch Haushalt und Kindererziehung in Anspruch genommen wurden, fallen nun wichtige Aufgaben weg. Oft wird dies auch als Mangel an Anerkennung empfunden. Andererseits kommen neue familiäre Belastungen wie die zunehmende Hilfs- beziehungsweise Pflegebedürftigkeit von Eltern und Schwiegereltern hinzu.

Ein ausgefülltes Berufsleben kann für die wichtige Anerkennung und Ablenkung sorgen, gleichzeitig fühlen sich viele Frauen in dieser Zeit den hohen beruflichen Anforderungen nicht gewachsen. Besonders Frauen, die in Berufen arbeiten, bei denen Äußerlichkeiten eine große Rolle spielen, fühlen sich in vielen Fällen durch Jüngere zurückgesetzt.

Die Paarbeziehung neu erleben

Auch in Partnerschaften sind die Wechseljahre eine Zeit der Veränderungen: Kinder fallen als Bindeglieder einer Beziehung weg, die Paarbeziehung muss neu definiert werden. Körperliche Symptome der Wechseljahre wie eine trockene Scheide und ein nachlassendes sexuelles Verlangen können zu Problemen in der Sexualität führen. Da auch bei Männern die sexuelle Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter nachlässt, sollten beide Partner gemeinsam versuchen, hier neue Schwerpunkte zu setzen.

Jede Frau ist anders

So unterschiedlich Frauen die Zeit der Wechseljahre erleben, so unterschiedlich ist auch die Ausprägung von körperlichen und seelischen Symptomen: Etwa jede dritte Frau leidet unter einer massiven Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, ein Drittel hat mäßige Beschwerden und etwa ein Drittel der Frauen hat keine oder nur ganz geringe Probleme.

Frauen sollten also versuchen, sich besonders in dieser Zeit ihrer Stärken zu besinnen, neu gewonnene Freiheiten zu genießen und Qualitäten wie Übersicht, Erfahrung und Ruhe gezielt einzusetzen.

Zwei Drittel der Frauen haben Wechseljahresbeschwerden

Abbildung1

Quelle: H.Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, 3. Auflage 2006, UNI-MED Verlag Bremen

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Quelle: Schultz-Zehden, B., Foth, D.: HRT: Ansichten von Frauen und Frauenärztinnen, Der Frauenarzt 46, September 2005

 
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