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KÖLN (Biermann) - Die Menopause ist vorbei - dann müsste es mit den Wechseljahresbeschwerden doch wohl langsam mal gut sein, denkt so manche Frau. Doch laut einer aktuellen Studie können Frauen auch noch Jahre nach der Menopause unter Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen leiden.
Dies sind bekanntlich die lästigen körperlichen Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Aber wie häufig sie auftreten, ihre Rate, Schwere und Dauer können stark variieren.
Frauen in Europa und den USA kommen in der Regel mit 50 bis 51 Jahren in die Wechseljahre. Bislang ging man allgemein davon aus, dass Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüchen zwischen zwei und fünf Jahre lang anhalten.
Für die aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift „BJOG“ erschienen ist, wurden Daten von mehr als 10.148 Frauen nach der Menopause zwischen 54 und 65 Jahren untersucht (Durchschnittsalter 59 Jahre). Bei allen hatten die Menstruationsblutungen vor mehr als einem Jahr aufgehört oder sie hatten aufgrund von Wechseljahresbeschwerden mit einer Hormontherapie begonnen.
Die Studienteilnehmerinnen füllten einen Fragebogen aus, der neben soziodemographischen Daten Größe und Gewicht sowie die Krankengeschichte erfasste. Etwa 3,5 Jahre später erhielten die Frauen erneut einen Fragebogen, diesmal zu Lebensstilfaktoren, Rockgröße im Alter von 20 Jahren, aktuelle Rockgröße, Hitzewallungen, Nachtschweiß und aktueller Einnahme von Hormonen.
Wie die Auswertung ergab, hatten 89,6 Prozent der Befragten irgendwann unter Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen gelitten, wobei mehr Frauen Hitzewallungen (86 Prozent) als Nachtschweiß (78 Prozent) nannten.
Jedoch litten aktuell mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Frauen unter diesen Beschwerden, wobei die Häufigkeit des Auftretens recht gleichmäßig über die verschiedenen Altersgruppen verteilt war. Im Schnitt traten diese klimakterischen Beschwerden 33,5-mal pro Woche auf, was auch im Großen und Ganzen über die Altersstufen hinweg so blieb.
Als begünstigende Faktoren erwiesen sich eine Entfernung der Gebärmutter, früheres Rauchen und ein höherer Alkoholkonsum. Darüber hinaus zeigte sich, dass Angststörungen, eine entfernte Gebärmutter, ein depressives Gemüt, (weniger) Bildung sowie die Jahre seit der letzten Menstruation einen Hinweis auf die aktuelle Häufigkeit des Auftretens von Wechseljahresbeschwerden lieferten.
Allerdings war es bei Frauen, die aktuell therapeutisch Hormone einnahmen (12 Prozent), weniger wahrscheinlich, dass sie unter Hitzewallungen und Nachtschweiß litten. Bei denjenigen Frauen, die eine Hormontherapie abgesetzt hatten, waren diese Beschwerden hingegen wahrscheinlicher.
„Unsere Studie sah sich eine große Zahl älterer Frauen nach den Wechseljahren an. Überrascht stellten wir dabei fest, dass menopausale Symptome bei mehr als der Hälfte der Frauen anhielten. Selbst durchschnittlich zehn Jahre nach ihrer letzten Periode litten sie noch unter Hitzewallungen“, erklärte Ko-Autorin Prof. Myra Hunter vom Londoner King's College. Ärzten sollte bewusst sein, dass Frauen auch noch mit Ende 50 und in den 60ern unter Hitzewallungen und Nachtschweiß leiden können.
Quelle: Wiley-Blackwell, 19.10.2011