PD Dr. med. Cornelia Höß
Chefärztin Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kreisklinik Ebersberg
Die Beschwerden, die im Zusammenhang mit den Wechseljahren auftreten, sind von Frau zu Frau unterschiedlich ausgeprägt. Manche Frauen sind so stark betroffen, dass sie kaum ihren Alltagsverpflichtungen nachkommen können, andere verspüren gar keine Symptome.
Hitzewallungen werden am häufigsten von betroffenen Frauen genannt. Sie wachen nachts schweißgebadet auf und können nicht mehr weiter schlafen - Schlafmangel ist die Folge. Die Frauen fühlen sich am Morgen nicht ausgeruht, schlapp und schnell überlastet. Dies kann dramatische Ausmaße annehmen und zu einer starken Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens mit körperlicher Erschöpfung, psychischer Instabilität und Depressionen führen.
Manche Frauen leiden auch tagsüber unter Hitzewallungen. Die Angst davor, plötzlich und nach außen ohne erkennbaren Grund, beispielweise in einer Besprechung in Schweiß auszubrechen, kann stark verunsichern. So berichten manche Frauen, dass sie am öffentlichen Leben ohne eine Behandlung der Hitzewallungen gar nicht mehr teilnehmen können.
Die hormonellen Umwälzungen während der Wechseljahre führen auch zu Veränderungen an Haut und Schleimhäuten - sie werden schlechter durchblutet, sind trockener und empfindlicher. Es kommt deshalb häufiger zu Entzündungen der Harnwege und viele Frauen leiden unter dem Gefühl, plötzlich dringend zur Toilette zu müssen (Dranginkontinenz). Auch die Scheide ist empfindlicher als zuvor. Beim Geschlechtsverkehr können Schmerzen auftreten und es kann zu Blutungen und Entzündungen kommen. Viele Frauen vermeiden deshalb während der Wechseljahre sexuellen Kontakt, obwohl sie sich gerade in dieser Zeit eine gute Partnerschaft und Nähe wünschen.
Weitere Symptome während der Wechseljahre können Muskel- und Gelenkbeschwerden (durch eine veränderte Qualität der Knorpel), Herzbeschwerden und eine allgemein verminderte Leistungsfähigkeit sein. Wenn der Leidensdruck durch die geschilderten Symptome groß ist, sollte die Frau mit ihrem Frauenarzt darüber sprechen.
Quelle: H.Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution, 3. Auflage 2006, UNI-MED Verlag Bremen
Ingrid Kronburger
59 Jahre, Hausfrau
Als ich in die Wechseljahre gekommen bin, habe ich vom ersten Tag an Probleme gehabt: Ich habe mich unwohl gefühlt, Hitzewallungen gehabt und manchmal so geschwitzt, dass ich mir bei der Arbeit am liebsten die Kleider vom Leib reißen wollte. Ich bin nicht der Typ, der solche Beschwerden einfach aushält. Ich bin zu meiner Frauenärztin gegangen, die mir dann auch geholfen hat.
In meinem Umfeld - ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und spiele Tennis - rede ich auch mit Frauen, die große Probleme mit ihren Wechseljahresbeschwerden haben. Ich verstehe nicht, dass viele Frauen lieber leiden und nicht zum Frauenarzt gehen, um sich beraten zu lassen. Es ist doch möglich, etwas gegen diese Probleme zu tun. Ich fühle mich heute fit und attraktiv.