Prof. Dr. med. Bernd Saletu
Abteilung für Psychiatrie, Universität Wien
Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Symptom in den Wechseljahren und für die betroffenen Frauen sehr belastend. Die Lebensqualität, aber auch die Leistungsfähigkeit werden dadurch meist deutlich eingeschränkt.
Der Mensch verbringt etwa ein Drittel seines Lebens im Schlaf. Das ist notwendig, denn erholsamer Schlaf ist unerlässlich für das allgemeine Wohlbefinden. Im Schlaf regeneriert sich der Körper, sowohl seelisch als auch körperlich. Ein entspannter und erholter Zustand nach dem Schlafen, also das "Ausgeschlafensein", ist Grundvoraussetzung für die Bewältigung des täglichen Lebens.
Für Schlafstörungen kann es verschiedene Ursachen geben. Nach heutigem Kenntnisstand kann der Estrogenmangel bei Frauen gewisse altersabhängige Veränderungen der Gehirnfunktionen beschleunigen und verstärken, was sich unter anderem in Form von Schlafstörungen manifestieren kann. Der Abfall der Hormone führt zu ungünstigen Veränderungen wichtiger Nervenbotenstoffe, so dass der Schlaf nachhaltig gestört wird. Dies äußert sich beispielsweise in Form von Einschlaf-, Durchschlaf- und Ausschlafstörungen, in einer verringerten Gesamtschlafzeit und dem vermehrten Auftreten von Leichtschlafphasen. Darüber hinaus wird über ein schlechteres Wohlbefinden am Morgen und am Abend geklagt und auch die Tagesmüdigkeit ist höher. Bekannt ist ebenfalls, dass Frauen in den Wechseljahren verstärkt zu schnarchen beginnen und schlafbezogene Atmungsstörungen haben, die wiederum mit einer verminderten Sauerstoffzufuhr einhergehen.
Stellt der Hormonmangel die Ursache für die Schlafstörungen dar, können diese durch eine Hormontherapie gebessert oder beseitigt werden. So zeigten Untersuchungen im Schlaflabor, dass die Behandlung der Frauen mit einer Kombination aus Estrogen und Gestagen die Schlafstörungen linderte und zu einer subjektiven Verbesserung der Schlafqualität führte. Überraschenderweise wurde auch eine deutliche Reduktion der schlafbezogenen Atmungsstörungen erreicht.
Unter kontinuierlich kombinierter Hormontherapie halbiert sich die Einschlafzeit
Sabine Böhm
58 Jahre, Rentnerin
Die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen waren für mich allerdings kein Problem. Ich hatte mit Schlaflosigkeit zu kämpfen. Nach solchen unruhigen Nächten habe ich mich tagsüber dann erschöpft und lustlos gefühlt. Das ist kein gutes Gefühl, wenn man dauernd müde und schlapp ist.
Die Hormone helfen mir, gut zu schlafen. Außerdem gibt das mir die Energie körperlich und geistig nicht zu "verrosten". Ich freue mich, dass ich bei langen Spaziergängen auch mal die Jüngeren abhänge und da ich auch mit dem Rauchen aufgehört habe, fühle ich mich rundum pudelwohl.